Anekdote über die Wiederentdeckung von Arno Friedrich Goedsches Rezepturbuch Teil 2

Fortsetzung von Teil 1 v. 24.03.2016

Nach der ersten, sehr anstrengenden Durchsicht ( wegen z.T. sehr klein geschriebenen Buchstaben in Sütterlinschrift ) reifte der Gedanke, später einmal die Rezeptur versuchsweise nachzubauen.

 

Wenige Jahre später begann der Versuch, die alten Maßeinheiten in Gramm und Liter umzurechnen. Man sollte glauben, dies ist doch einfach, oder ? Weit gefehlt !!

 

Vor 1900 hatte fast jedes Land noch seine eigenen Maße ! In Preußen z.B. entsprach 1 Loth 16,66 g, in Bayern 17,5 g ; außerdem hatte Bayern auch ein sog. Neuloth – dies entsprach 0,57 Loth. 1 Unze lag zwischen 30 und 31,1 g.

 

Nachdem das Gewichtsproblem gelöst war, kam die eigentliche Hürde gleich hinterher, nämlich die Volumenangaben :

 

Die Rezeptur schreibt z.B. eine Anzahl von x „Kannen Primasprit“ vor.

 

In Sachsen entsprach 1 Kanne 0,94 Liter, in Hannover 1,95 Liter. Hier wurde mit Hilfe eines Apothekers eine Lösung gefunden. Der Knackpunkt war jedoch die Bezeichnung „Eimer“ . Die Umrechnung der einzelnen Landeszahlen ergab: das Volumen eines Eimers beträgt 32 – 267 Liter.

 

Nach diesem Ergebnis wurde eine schöpferische Pause eingelegt !
Fortsetzung folgt !

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