Historisches / Jena / Stand der Medizin um 1900

Wer hätte gedacht, daß eine verschollene Kräuter-Rezeptur aus dem Jahr 1890 nach über 100 Jahren wieder auftaucht und schon nach kurzer Anlaufzeit erneut einen so großen Anklang findet?

Seinerzeit erfunden von einem Mann aus Thüringen, dem grünen Herzen Deutschlands, erfolgt jetzt offenbar eine Renaissance dieses vielfältig wirksamen Super-Digestifs! Die Universitätsstadt Jena hat viele große Menschen hervorgebracht (Zeiss/Schott/Abbe usw.); aber auch einige wissensdurstige „kleinere“.

Diese waren sehr naturverbunden, wie auch ein gewisser Arno Friedrich Goedsche, der einige aus Schlesien mitgebrachte Rezepturen hier weiterentwickelte. Vielleicht hat er bei einem Gang durch den wunderschönen botanischen Garten auf den damals noch recht kleinen (von Goethe gepflanzten) Ginkgobaum geschaut und über die endgültige Zusammensetzung unseres Lebenselixiers nachgedacht?!

Die moderne Medizin steckte vor 1900 noch in den Kinderschuhen, die Menschen mußten – und wußten – sich bei vielen „Zipperlein“ selbst zu helfen! In vielen Haushalten wurde bei leichten Krankheiten (Erkältung/Husten/Magen-Darm u.ä.) z.B. ein Kochsud aus Heilkräutern hergestellt und entweder direkt eingenommen oder mit Alkohol versetzt, um ihn haltbar zu machen.

Dieses Wissen um die Wirksamkeit der verschiedenen Heilkräuter ist nach dem 1. und 2. Weltkrieg größtenteils verloren gegangen, man hatte andere Sorgen.

Die wenigen, nachweislich schon damals erfolgreichen Rezepturen, wurden oft über Apotheken vertrieben, und – wie in unserem Fall – sogar (nach Österreich) exportiert!

Horst Goedsche

Düsseldorf

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